Steffi Drewing – Yogalehrerin, Achtsamkeitstrainerin und systemische Coachin
Mein Yoga
Namasté – ich begrüße dich mit dem „Gruß unter Yogis“ „Namasté“, da sich hierin sehr viel von meinem Antrieb ausdrückt, warum ich als Yogalehrerin tätig bin, nämlich wertschätzend meinen Mitmenschen zu begegnen. Das Wort „Namasté“ stammt aus dem altindischen Sanskrit und bedeutet wörtlich übersetzt „Ich verbeuge mich vor dir.“ Eine ausführlichere Deutung soll Mahatma Gandhi einer Überlieferung nach gegeben haben: „Ich ehre den Platz in dir, in dem das gesamte Universum wohnt. Ich ehre den Platz des Lichts, der Liebe, der Wahrheit, des Friedens und der Weisheit in dir. Ich ehre den Platz in dir, wo, wenn du dort bist und auch ich dort bin, wir beide eins sind.“ In der westlichen Welt ist die Geste der Verehrung bzw. Verbeugung meist damit gleichgesetzt, dass sich eine niedriger gestellte Person vor einer höher gestellten Person verbeugt und somit ist diese Geste immer mit einer Wertung der Person und Hierarchie verbunden. Dies ist aber nicht der Gedanke, den Gandhi mit seinem letzten Satz ergänzt. Vielmehr gibt es laut ihm „einen Platz“, an dem beide Beteiligten „eins“ sind, d. h. vollkommen gleichwertig und sogar untrennbar miteinander verbunden.
Diese Auffassung entspricht der lebensbejahenden tantrischen Philosophie, die die intellektuelle Grundlage des Anusara® Yoga bildet. Nichts wird verneint, alles darf sein, d. h. es gibt beispielsweise kein Richtig oder Falsch bei den Yogahaltungen, sondern lediglich eine grobe Form, die angestrebt wird, jedoch individuell unterschiedlich sein kann (beispielsweise aufgrund unterschiedlicher Konstitution). Eine Dualität zwischen Richtig-Falsch, Hell-Dunkel und dergleichen besteht laut tantrischer Philosophie nicht, denn beides gehört zusammen: Zu einem Tagesablauf gehört der helle Tag wie die dunkle Nacht, eine Münze hat zwei Seiten und ist nur so vollständig. Alle Einzelteile sind Teil des Absoluten und daher gleichwertig zusammengehörig. Ich habe dies nun verkürzt dargestellt, für Yoga kann jedoch schon abgeleitet werden, dass z. B. auch Anspannung und Entspannung sich nicht zwingend widersprechen: Während ich die Beinmuskulatur anspanne, kann ich z. B. Stabilität kreieren, um im Oberkörper umso freier zu sein – ohne die Balance zu verlieren. Ebenso wie auch Ein- und Ausatmen zusammengehören, um den menschlichen Körper am Leben zu erhalten.
Aus einer solchen scheinbaren Dualität ergibt sich auch das erste und grundlegende Ausrichtungsprinzip im Anusara Yoga: „Set the foundation and open to grace“ (übersetzt „Schaffe innere wie äußere Basis und öffne dich dann der Gnade des Lebens“ – je nach religiöser Überzeugung auch „dem Höheren“, dem Universum“ o. ä.). Denn nur aus einem stabilen Fundament heraus können wir wachsen und uns dem Leben gegenüber öffnen.
Durch eigene Krankheitserfahrung kam ich 2016 zum Yoga, und in den Folgejahren zu Achtsamkeit und Meditation (u.a. durch die Teilnahme an einem 8-wöchigen MBSR-Kurs nach Jon Kabat-Zinn). Fortlaufend bilde ich mich weiter in Yoga, Achtsamkeit, Gewaltfreier Kommunikation und Positiver Psychologie; zur Entspannung verwende ich auch Elemente aus Progessiver Muskelentspannung nach Jacobsson und Autogenem Training. Aus dieser Vielfalt von Entspannungs- und Kommunikationstechniken konnte ich seitdem viel Kraft ziehen und mich selbst entdecken. Anfang 2026 entdeckte ich dann noch die Welt der Klangschalen für mich, die einen weiteren Zugang schafft, das Nervensystem zu beruhigen.
Meiner langjährigen Yogapraxis verdanke ich viele erhellende und berührende Momente, in denen ich meine Selbstwirksamkeit spüren durfte — ich kann einen Unterschied machen, auf der Matte und auch in meinem Alltag. Indem ich mich durch Schwierigkeiten „hindurchatme“, indem ich das positive Menschenbild des Yoga im Alltag lebe. Gleichzeitig fühlt sich mein Körper nach der Praxis durch An- und Entspannung diverser Muskelgruppen wie massiert an und in einer inneren Zufriedenheit, nach der ich im Außen lange gesucht habe. Diese Erlebnisse, dieses Wohlbefinden möchte ich mit meinem Yoga- und Achtsamkeits-Unterricht auch anderen Menschen ermöglichen. Den Teilnehmenden meiner Kurse, Vorträge und "Klangbäder" (Soundbath) verhelfe ich zu mehr innerer Ruhe und Selbsterfahrung. Mit zunehmender Übung kannst du einen neuen Blickwinkel auf deine Umwelt gewinnen, wodurch sich auch dein Selbstverständnis ändern wird. Und in gleichem Maße, wie sich die Art verändert, wie du über dich selbst denkst, verändert sich in Folge dessen auch dein Verhalten, dir selbst und deiner Umgebung gegenüber.
Abseits der Yoga-Matte
Ich habe schon in vielen verschiedenen Berufsbildern gearbeitet: In meiner Teenagerzeit habe ich gekellnert und Nachhilfe gegeben. Während meines Studiums der Theater- und Musikwissenschaft hatte ich mehrere Nebenjobs, arbeitete auch nach meinem Magisterabschluss weiter im Kulturbereich. In der Verwaltung eines Staatstheaters entdeckte ich ab 2016 als Quereinsteigerin eine Begeisterung für die Personalarbeit. Hier konnte ich Menschen bei ihren bürokratischen Herausforderungen weiterhelfen und im Rahmen diverser Fortbildungen arbeitete ich mich sowohl in arbeitsrechtliche als auch in medienrechtliche Themen ein. Da mich der Wunsch nach mehr Gestaltungsmöglichkeiten im beruflichen Bereich schon länger begleitete, habe ich im Dezember 2020 die IHK-Prüfung zur Personalfachkauffrau abgelegt. In diesem Zusammenhang habe ich auch den „Ausbilderschein“ nach AEVO abgelegt und hierdurch pädagogische Grundkenntnisse gewonnen.
2021 wechselte ich an eine ARD-Rundfunkanstalt, wo ich in der Abteilung Honorare und Lizenzen u.a. für Vertragserstellung und Rechteklärung zuständig war. Es folgte eine Anstellung als Personalreferentin für eine Filmproduktionsfirma — und eine Yogalehrerausbildung sowie eine systemische Coaching-Ausbildung, die Grundlage für meinen Wunsch nach beruflicher Neuorientierung wurden.
Im Januar 2025 zog ich mit meinem Mann von Hessen nach Schleswig-Holstein und verband diese räumliche Veränderung mit einem beruflichen Neuanfang: Yoga und Achtsamkeit dürfen seitdem noch mehr Raum in meinem Leben bekommen.