
Achtsam Selbstwirksamkeit (wieder)finden
Achtsamkeit ist im Alltag u.a. deshalb wertvoll, weil sie uns aus dem Gedankenstrudel heraushelfen kann.
Wie alle kennen es: Auf der Straße mit Tunnelblick, der Kopf ist voll, wir sind angespannt, gestresst, … Gerade dann: komme in die Achtsamkeit. Wie sehen die Häuser um dich herum aus? Gibt es Pflanzen? Sind viele Menschen unterwegs um dich herum? Schau den Menschen ins Gesicht. Schenke ihnen ein Lächeln. Und vielleicht fällt dir sogar ein schöner Garten auf, an dem du vorbeiläufst.
Selbst wenn dein Kopf immernoch voll ist: Die Last der Gedanken verliert an Druck. Du siehst: „Ich kann mich immernoch an Dingen in meiner Umgebung freuen, auch wenn der Kopf schwirrt.“
Oder, wie Jon Kabat-Zinn es ausdrucken würde: „Achtsamkeit bietet nicht die Antwort auf die Probleme des Lebens. Aber aus der Perspektive eines klaren Geistes erscheinen diese Probleme in hellerem Licht.“
Manche Themen und Probleme müssen wir auch gar nicht direkt lösen. Manchmal ist eine akzeptierende, annehmende Haltung viel zielführender, als verbissenes Grübeln.
Deshalb habe ich hier noch zwei Übungen für dich, wie wir Achtsamkeit im Alltag nutzen können:
Verbindung mit dem Atem: Die Atmung ist unsere direkteste Verbindung zum Nervensystem. Gleichzeitig kann man bei der Atmung jederzeit einen Anker zum jetzigen Moment finden. Das macht die Atemmeditation und auch kurze Interventionen mit Atem so praktisch und wertvoll.
Solch eine Interventionen kann sein, die Augen zu schließen und ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen. Achte dabei auf deine Bauchdecke, wie sie sich hebt und senkt. Im Stehen lohnt es sich auch, die Aufmerksamkeit auf die Fußsohlen zu lenkend mit jeder Ausatmung die Füße etwas mehr zu erden. Dies führt uns mit der Wahrnehmung direkt in der Körper, ins Hier und jetzt. Fort von Alltagstrubel und Hamsterrad.
Die sog. 5-Finger-Übung: Du fährst mit einem Zeigefinger an den Fingern der anderen Hand entlang, und mit jeder „aufwärts“-Bewegung, hin zu einem Fingernagel, atmest du ein. Mit jeder „abwärts“-Bewegung, Richtung Handfläche, atmest du aus. Wie von alleine verlangsamt sich der Atemrhythmus und wird gleichmäßiger. Zudem bietet die Berührung des Fingers an der Haut einen weiteren Reiz, dem du deine Aufmerksamkeit zuwenden kannst. Auch diese Übung führt, fort vom Außen, in die Körper- und Atemwahrnehmung.